Zugfahrtdetails

15. Jul, 2018 | Innenwelten und das Leben drumrum | 0 Kommentare

Ich liebe Zug fahren, Reisen… merken, dass ich frei bin.

Und dass ich das kann.

Aus dem Fenster schauen… Landschaften ziehen an mir vorbei. Das Licht ändert sich. Es ist so friedlich.

Musik hören…

Die Begleitumstände davon erschweren es mir allerdings immer wieder. 

Die Angst, dass sich jemand neben mich setzt. Stundenlang neben jemandem sitzen, im schlimmsten Fall neben einem Mann, der in unser Triggerprofil passt. Gerade sitzt jemand in der Nähe, der riecht…

Zugkontrollen, die immer Angst machen, obwohl ich ganz genau weiß, dass ich ja ein Ticket habe, dass alles okay ist…

Auf langen Strecken nichts trinken können, weil wir niemals, nie, auf keinen Fall auf so eine Zugtoilette wollen…

Wenn der Zug voll ist oder zu heiß oder zu kalt… plötzlich wird etwas Angenehmes, Schönes zur Tortur. Warten, dass die Zeit endlich rumgeht… ein bekanntes Gefühl.

Und dann merken wir, dass es nicht einfach „unangenehm“ ist, sondern das alte Zeugs sich ins Jetzt schiebt, eine existenzielle Bedrohung spürbar wird, obwohl der Kopf versucht zu beruhigen: „alles gut, es ist nur eine Zugfahrt…“

Leider gibt es das in vielen Bereichen. Etwas ist schön, wir haben uns etwas erobert, das wir genießen können – aber es kann kippen, und dieses Kippen hängt an scheinbar kleinen Details. Die für uns aber zwischen einer angenehmen Reise und einer Tortur unterscheiden.

Zum Beispiel, ob jemand im Zug neben uns sitzt.

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