Von Rücken- und Gegenwind

5. Mrz, 2019 | Innenwelten und das Leben drumrum | 1 Kommentar

Heute sind wir sehr lange am Strand spazieren gegangen, angetrieben vom Wind. Plötzlich waren wir einige Kilometer weit gelaufen, ohne es als anstrengend empfunden zu haben. Denn der Rückenwind unterstütze jeden Schritt.

Der Rückweg hingegen war dann ziemlich mühsam und anstrengend. Der Körper war durchgefroren, die Ohren taten nun trotz Mütze weh und wir hätten uns gerne zurückgebeamt.

So empfinden wir es auch im Leben. Man kann erstaunlich viel schaffen, wenn man dabei unterstützt wird. Mit guten Beziehungen, einer guten Therapie, wenn ein Projekt gelingt oder es wieder Schritte weiter geht, dann ist plötzlich Mut und Kraft da, von der wir gar nicht wissen, wo sie herkommt. Es fühlt sich „machbar“ an. Meistens sehen wir die Gewalt und die Folgen klarer, und auch wenn es paradox klingt, geht es uns damit besser. Denn Mitgefühl mit uns selbst ist möglich, Geduld. Hilfe brauchen ist „okay“.

Doch unerträglich wird auch das Paket, das wir eh die ganze Zeit mit uns schleppen, wenn dann noch Gegenwind dazukommt. Verletzungen und Enttäuschungen von Menschen. Alleine gelassen werden. Briefe von Ämtern, die meistens in einem Tonfall geschrieben sind, als hätte man etwas falsch gemacht. Ein überfüllter Zug. Geldsorgen. Für eigene Rechte kämpfen müssen. Ein ungenügendes und überlastetes „Hilfe“system.

Große und kleine Dinge. Die nicht nur an sich eine Aufgabe darstellen, sondern dann zusätzlich den Umgang mit den eh vorhandenen Traumafolgen schwerer machen.

Das wünschen wir heute allen und uns: Mehr Rückenwind, weniger Gegenwind! smile

 

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